Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis e. V.

Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis e.V.

Selbsthilfegruppe Schwarzach

Im Tageszentrum für Demenzerkrankte in Aglasterhausen, gründete der Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis e.V. am 15.11.04 eine Selbsthilfegruppe - “Menschen mit einer Demenzerkrankung”.
Umzug nach 74864 Schwarzach (Unterschwarzach), Kirchweg 4a, am 29.06.2010!

Für die Anwesenden ergab sich die Möglichkeit, zum Gedankenaustausch und Kennen lernen. Ziel der geplanten Treffen ist es, mehr Informationen über

  • Demenzerkrankungen

  • Entlastungsmöglichkeiten

  • Auseinandersetzung & Umgang mit den eigenen Gefühlen, z.B. Wut, Trauer, Schuld usw.

  • Pflegetechniken

zu bekommen.

Die Gruppe trifft sich einmal im Monat im “Tageszentrum für Demenzerkrankte”. Termine können dort vor Ort erfragt werden. Bei Absprache mit dem Betreuungsteam können auch erkrankte Angehörige mitkommen und betreut werden.


Weitere Informationen zur Selbsthilfegruppe:

Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis e. V.

Tageszentrum für Demenzerkrankte 
Tel. 06262-91 71 77

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Frau Arens
Demenzberatung und Moderation

Tel. 06261-92 01 38

Selbsthilfegruppe bietet wertvollen Rückhalt

Die Selbsthilfegruppe in Aglasterhausen  

Seit einem Jahr gibt es im „Tageszentrum für Demenzerkrankte“ eine Gruppe für pflegende Angehörige – Mit Problemen nicht allein sein

Aglasterhausen. Vor einem Jahr hat der Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis im „Tageszentrum für Demenzerkrankte“ in Aglasterhausen eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige gegründet. Seither treffen sich einmal im Monat bis zu 15 Personen für anderthalb Stunden, um in einer moderierten Runde gemeinsam Gespräche zu führen, aber auch, um über mögliche Hilfen informiert zu werden.

Für fachliche Fragen stehen Iris Arens, sowie Isolde Glittenberg, Leiterin des Tageszentrums für Demenzerkrankte, zur Verfügung. Demenzkranke Angehörige können mitgebracht werden, ihnen wird ein „Alternativprogramm“ geboten.

Für Angehörige beginnt mit der Diagnose „Alzheimer“ beim Ehepartner oder den Eltern eine schwierige Zeit. Sie müssen in eine Pflege- und Versorgungsrolle hineinwachsen, auf die sie nicht vorbereitet sind. Familienstrukturen verschieben sich grundlegend, es beginnt zudem ein meist jahrelanger, schmerzvoller Abschied von einem geliebten Menschen. Um die Angehörigen tagsüber stundenweise zu entlasten, gründete die Caritas vor anderthalb Jahren das „Tageszentrum für Demenzerkrankte“ in Aglasterhausen. Vor einem Jahr begann Iris Arens das Angebot um die Selbsthilfegruppe zu erweitern. Die pflegenden Angehörigen sollten eine Plattform erhalten zum Gedankenaustausch. Zudem sehen sie in der Gesprächsgruppe, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. Manche wissen gar Tipps und Tricks, um den täglichen Umgang mit dem oder der Erkrankten zu erleichtern.

Auch dieser Tage, als Iris Arens zur „Feier“ des Einjährigen eine Kerze auf dem Tisch entzündet, beginnt das Treffen mit der obligatorischen Vorstellungsrunde. Die Teilnehmer berichten darüber, was sich in den letzten vier Wochen getan hat, schlagen Themen vor oder bringen ein spezielles Anliegen vor.

Eine Teilnehmerin kommt das erste Mal, bei ihr stehe „alles ganz am Anfang“. Langsam habe sie bemerkt, dass sich das Verhalten ihrer Mutter verändert. Als sie abends in deren Wohnung kam, brannten die Herdplatten, die Waschmaschine lief – ohne Wäsche.

Bereits seit sieben Jahren betreut ein älterer Mann seine Ehefrau. Als größtes aktuelles Problem stellt sich bei ihm derzeit die Nahrungsaufnahme dar. Doch er ist kein Einzelfall, bestätigen ihm gleich die anderen. Obwohl alles passiert sei, benötige er eine dreiviertel Stunde, um seiner Frau ein Mittagessen zu geben. „Selbst der Reis muss passiert werden“, wundert er sich, fügt jedoch hinzu: „Gott sei Dank, trinkt sie noch gut.“

Ein weiteres Problem bildet das nachlassende Sprechen der Demenzerkrankten. Auf seine Fragen bekommt ein Angehöriger schon lange keine Antwort mehr. „Sie ist da, aber sie ist doch nicht da“, bringt es der Ehepartner auf den Punkt. „Du hast manchmal das Gefühl, sie blickt durch dich hindurch, wie eine Puppe“ – eine Erfahrung, die viele der Anwesenden teilen.

Der große Bewegungsdrang und die innere Unruhe macht auch einer Frau zu schaffen, deren Mann erkrankt ist. Er wolle immer weg aus der Wohnung, spreche aber kaum mehr. Nachts fürchte er sich vor Schatten. An eine ruhig durchgeschlafene Nacht kann sie sich nicht mehr erinnern.

Unverständnis ruft bei den Angehörigen auch die gängige Eingruppierungspraxis in Pflegestufen vor. Denn in die schwerste Stufe drei werden die Patienten erst eingruppiert, wenn sie bettlägrig geworden sind. Doch gerade die Zeit davor erfordere eine viel aufwendigere Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Das Gefühl, immer auf alles gefasst sein zu müssen, überfordere, führe zu Hilflosigkeit und Unsicherheit.

Mit großer Offenheit sprechen die Angehörigen über ihren Alltag. Ein Angehöriger kommt mit seiner Frau sogar noch zu der Gruppe, obwohl seine erkrankte Schwiegermutter zwischenzeitlich in einem Pflegeheim betreut wird. „Es sind viele Freundschaften entstanden“, erzählt er. Und trotz all der ernsten und traurigen Erlebnisse, manchmal gibt es doch auch ein befreiendes Lachen oder eine zu Herzen gehende Erzählung wie diese: Als der Mann seiner dementen Frau über den Kopf streichelte und ihr sagte: „Wir zwei, wir halten durch“, da bekam er prompt die Antwort: „...und das ist gut so.“

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