Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis e. V.

Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis e.V.

100 Jahre Caritas - ein starkes Stück Kirche

St. Cäcilia – katholische Pfarrkirche wie Gemeindesaal – waren ein denkbar passender Ort, um 100 Jahre des Bestehens des Caritasverbandes für den Neckar-Odenwald-Kreis zu feiern.

Zum einem, weil die Adresse – Franz-Roser-Platz – auf jenen Stadtpfarrer verweist, der die Caritas in der Pfarrei Mosbach 1916 gründete, zum anderen, weil diese soziale Hilfsorganisation, Deutschlands größter Wohlfahrtsverband, aus der katholischen Kirche heraus entstanden ist und in ihrem Auftrag handelt. Mancher vermute hinter der komplexen Struktur der Caritas gar keine Kirche, meinte Monsignore Bernhard Appel im Gottesdienst. Doch, so der Diözesan-Caritasdirektor aus Freiburg weiter, „sie ist ein starkes Stück Kirche.“

In seiner Predigt, die sich sowohl auf die biblische Geschichte des barmherzigen Samariters bezog als auch auf die Heilung eines Mannes am Sabbat, verwies Appel auf den Urgrund karikativen Handelns: „Jesus stellte den Menschen mit eingeschränkten Lebensmöglichkeiten in die Mitte.“ Über ihm und den anderen Geistlichen prangte ein Banner, auf dem die Caritas Deutschland zum Jubiläum aus der Enzyklika Papst Benedikts XVI „Deus Caritas est“ zitiert: „Zugleich aber überschreitet Caritas-Agape die Grenzen der Kirche.“

Die Grenzen des Kirchenraums wurden nach dem Gottesdienst ebenfalls überschritten. Nach der Weihe von acht neuen Fahrzeugen für die katholische Sozialstation Mosbach – eines der viel(fältig)en Tätigkeitsfelder des Verbandes – versammelte man sich im Gemeindesaal von St. Cäcilia. Man, das waren Vertreterinnen und Vertreter der Liga der freien Wohlfahrtsverbände, Vertreter der Politik von der Bundesebene bis ins Mosbacher Rathaus und aus den Kommunen sowie solche aus dem Bankwesen und der Wirtschaft.

Caritas-Geschäftsführer Meinrad Edinger begrüßt die Festgäste mit Worten des Dankes. Die Tätigkeitsfelder der Caritas – dargestellt in Büchern, auf Faltblättern und Plakaten – lagen ausgebreitet im Saal: von der Altenpflege über die Hospizarbeit bis zum Sozialkaufhaus reichen die Angebote der kirchlich-sozialen Fürsorge, um nur wenige zu nennen. Edinger ließ außer der Nennung aktueller Zahlen das Leitbild des Verbandes nicht außen vor: „Ganz nah am Menschen“. Gleichwohl sieht er Notlagen kommen, insbesondere in der Pflege: „Da fehlen die Fachkräfte.“

„Ich wünsche mir, dass die öffentlichen und freien Träger des sozialen Bereichs weiterhin im Sinne der schwächeren Menschen in unserer Gesellschaft mit der Politik im Dialog bleiben mögen“, so der erste Gratulant und CDU-Bundestagsabgeordnete Alois Gerig. Seine sozialdemokratische Kollegin, Dr. Dorothee Schlegel, sprach auch als „Diakonin und Christin“ sowie im Namen ihres Parteifreundes im Landtag, Georg Nelius: „Monsignore Appel hat in der Predigt von Gott als Handelndem gesprochen – aber Gott hat keine Hände, nur unsere Hände, um einander zu helfen.“ Was das Caritas-Plakat sehr schön zeige.

Als gelebte Partnerschaft in vielen Bereichen des Sozialsystems versteht Landrat Dr. Achim Brötel das Miteinander von Landkreis und Caritas, nicht ohne hier das Diakonische Werk der evangelischen Kirche zu erwähnen. Als wichtig benannte er die Erziehungs- und Familienberatung, die Tageszentren für Demenzkranke, die Schulsozialarbeit und die Sozialbetreuung von Flüchtlingen. Oberbürgermeister Michael Jann dankte dem Caritas-Verband für sein „Engagement zum Wohle Dritter“ und das auch für seine Bürgermeisterkollegen in den Kommunen: „Vieles hat sich gewandelt. Die Kernaufgabe ist geblieben: die Pflege alter und kranker Menschen.“ Die Zeichen der Zeit hätten 1916 die Caritas-Gründer Erzbischof Nörber und Pfarrer Roser erkannt und damit den Auftrag Jesu erfüllt, beendete Dekan Johannes Balbach den Grußwortreigen und leitete über zu einer Ehrung in diesem „Samariterdienst“. Denn dass es immer auch Einzelne sind, im Haupt- wie im Ehrenamt, die die Arbeit der Caritas leisten, machte sich an diesem Sonntag an der Person von Otto Hitzelberger fest, der mit dem Caritas-Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet wurde. Unter anderem ist er – neben Pfarrer Werner Bier – seit dem Jahr 2000 stellvertretender Vorsitzender des Verbandes im NOK.

Quelle: Rhein Neckar Zeitung/Ursula Brinkmann

 

Seit 100 Jahren Dienst am Menschen

Seit 100 Jahren orientiert sich der Caritasverband im Neckar-Odenwald-Kreis bei der Betreuung hilfsbedürftiger Menschen an christlichen Grundwerten.

Neckar-Odenwald-Kreis. Der Festgottesdienst mit Monsignore Bernhard Appel, Diözesancaritasdirektor und Vorstandsvorsitzender der Caritasstiftung der Erzdiözese Freiburg, der die Predigt hielt, konnte im Trockenen in der Kirche St. Cäcilia abgehalten werden. Dagegen hatte die Taufe der Neuwagen des Caritasverbandes für den Neckar-Odenwald-Kreis vor der Kirche wegen Dauerregens im Eiltempo erfolgen müssen.

Beim Empfang im Gemeindesaal von St. Cäcilia begrüßte anschließend Meinrad Edinger, Geschäftsführer des Caritasverbandes, Gäste und Ehrengäste zur Jahrhundertfeier und bezeichnete "die Zahl 100 als unfassbare Zahl für eine Institution dieser Art". Im Verlauf der Veranstaltung war immer wieder von helfenden Händen und vom Dienst für die Menschen die Rede.

Auch deshalb fand Dr. Dorothee Schlegel, SPD-Bundestagsabgeordnete, die Handdarstellung auf dem Jubiläumsbanner sehr passend. Die entscheidenden Impulse waren im Gründungsjahr 1916 von dem aus Waldstetten stammenden Freiburger Erzbischof Dr. Thomas Nörber ausgegangen. Aufgegriffen und im hiesigen Umfeld weiter vorangetrieben, hatte die Idee dann der Mosbacher Stadtpfarrer Franz Roser. Damals im Zweiten Weltkrieg waren es wohl zumeist Frauen, für die der Dienst bei der Caritas um sieben Uhr mit Feuer machen und Verpflegungspakete schnüren in Buchen losging - dort, wo heute die Araltankstelle ist. Im Lauf der Jahre hat sich manches geändert. Inzwischen beschäftigt der Wohlfahrtsverband im Kreis mehr als 350 Mitarbeiter an 51 Betriebsstätten in 31 Arbeitsbereichen. So erreicht man täglich um die 2000 hilfsbedürftige Menschen. Im strukturschwachen und ländlichen Neckar-Odenwald-Kreis sind dafür mehr als 100 Fahrzeuge nötig.

Edinger wies zugleich auf die aktuelle Notlage hin, dass es im Pflegebereich immer weniger Fachpersonal gäbe und deshalb manche Fachkräfte wegen Überlastung aus dem Dienst ausscheiden. Um die Pflege überhaupt aufrecht erhalten zu können, müssten immer mehr ungelernte Kräfte eingesetzt werden.

Monsignore Bernhard Appel nahm anschließend eine Ehrung vor, die selbst für Otto Hitzelberger eine Überraschung war. Er erhielt für sein vorbildliches ehrenamtliches Engagement in der Caritas als stellvertretender Vorsitzender des Verbandes und für 20 Jahre als Vorsitzender des Dekanatsrats Mosbach/Buchen das Ehrenzeichen der Caritas in Silber.

Gleichzeitig eröffnete Appel die landesweite Haus- und Straßensammlung der Caritas für die Erzdiözese Freiburg und lieferte zugleich einen Rechenschaftsbericht über die Verwendung der Spendensumme, die im letzten Jahr rund 1,4 Millionen Euro betragen hatte. Mit jeweils einem Drittel dieser Mittel, mit denen nicht staatlich unterstützte Projekte gefördert werden, werden jeweils der Ortsverband, der Kreisverband und der Diözesanverband bedacht.

Alois Gerig, CDU-Bundestagsabgeordneter, eröffnete den Grußwortreigen und sprach von "einem unersetzbaren Dienst an den Menschen unseres Kreises". Er bezeichnete die Caritas als "einen Anwalt und Lobbyisten für die Menschen am Rande der Gesellschaft", die gerade auch bei den Politikern diesen Bereich immer wieder ins Blickfeld rücke.

Dr. Dorothee Schlegel sprach ihr Grußwort zugleich für den anwesenden Landtagsabgeordneten Georg Nelius. Und Landrat Dr. Achim Brötel bezeichnete die örtlichen Caritasstrukturen als "fest mit der Region verbunden". Er bezog dabei in seiner Ansprache immer wieder auch das Diakonische Werk der evangelischen Kirche mit ein.

Beide orientierten sich bei allem Tun klar an den christlichen Grundwerten und am christlichen Menschenbild und würden sich damit deutlich von anderen Anbietern in diesem Marktsegment abheben. Die dezentralen Strukturen, die sich überwiegend an ältere Menschen und deren Familien richteten, würden in Zeiten des demografischen Wandels immer wichtiger. Er sprach sich klar für wohnortnahe Angebote auch in der Zukunft aus.

Mosbachs Oberbürgermeister Michael Jann dankte dem Verband im Namen der anwesenden Bürgermeister des Kreises und der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Neckartal-Odenwald, vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden Gerhard Stock. Dekan Johannes Balbach wies gegen Ende darauf hin, dass sich der Caritasverband und das Diakonische Werk in der Flüchtlingsfrage in bester "ökumenischer Weise" angenommen hätten.

Quelle:Fränkische Nachrichten/Brunhild Wössner

 

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